Sanierung Bäckerei Bayer Ulm, Braunger Wörtz Architekten Blaustein, 2026

Das denkmalgeschützte Gebäude aus dem Jahr 1844 liegt zentral in der Ulmer Altstadt in Sichtnähe zum Münster. Das seit jeher als „Beckenhaus“ bezeichnete Gebäude wurde seit dem 17. Jahrhundert von Bäcker zu Bäcker weitergegeben. Über bestehenden Gewölbekellern errichtet wurde es 3-geschossig ausgebildet; mit massivem Erd- und 1. Obergeschoss und einem 2. Obergeschoss in Fachwerkbauweise. Die gegliederte Fassade mit umlaufendem Gesims und die Kreuzstockfenster sind architekturgeschichtlich typisch für diese Zeit.

Beim Stand der Sanierung war die ursprüngliche Struktur im Erdgeschoss nur noch fragmentarisch ablesbar, die Grundrisse der Obergeschosse wurden über die Jahrhunderte jedoch weitestgehend erhalten. Behutsame Eingriffe legten die historische Struktur frei und konnte auf diese Weise erhalten werden. Das geschwächte Tragwerk wurde ertüchtigt, vorhandene Materialien aufgearbeitet und schlicht ergänzt. Ein Fries aus neuen und erhaltenen Terrazzoböden zeichnen die ursprüngliche Raumstruktur nach. Auch die historischen Stuck- und Kassettendecken sowie die Holzböden verweisen auf die frühere Gliederung der Wohnräume.

Auch heute befindet sich im EG eine Bäckerei samt Café und in den oberen Geschossen unterschiedlich grosse Wohnungen. Das ursprüngliche Raumprogramm schafft zusammen mit den erhaltenen Böden und Decken gemäss dem Ziel des Denkmalschutzes eine Brücke zwischen der Bausubstanz des Gestern und der Nutzung von Heute und Morgen.

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