Sanierung Haus Gmür Riehen, Silvia Gmür Reto Gmür Architekten Basel.

Silvia Gmür (1939 - 2022) zählt nicht nur zu den grossen Namen der Schweizer Architekturgeschichte, sondern gehörte anfangs der 1970er Jahre auch zu den ersten Schweizer Architektinnen, die die vorherrschend männliche Dominanz des Berufsstandes zu durchbrechen begannen. Nach Ihrem Abschluss an der ETH Zürich sammelte Sie zunächst Berufserfahrungen in London und New York, um dann 1972 – ein Jahr nachdem die Frauen in der Schweiz überhaupt erst das Wahlstimmrecht erlangt hatten – ihr eigenes Büro in Basel zu eröffnen. Sie ging Ihre Selbstständigkeit entschlossen an– ohne die damals gültigen Sicherheiten wie einem männlichen Büropartner, einem festen Gehalt aus einer Professur oder einem Netzwerk vor Ort.

Das Haus Gmür in Riehen entstand 1979 als ihr Erstlingswerk und privates Wohnhaus. In einem beschaulichen Wohnquartier zurückversetzt hinter einem privaten Zufahrtsweg versteckt sich der experimentelle Wohnbau aus geometrischem Raster, sichtbarer Konstruktion, ehrlicher Materialität und mutiger Farbe ganz im Grünen.

Der zackenförmige, durchkomponierte Baukörper aus Glas, Aluminium, Holz, Beton und Backstein folgt einem konsequent angewendeten System: über die hangparallel verlaufende Hauptachse des Baus wurde eine um 45 Grad abgedrehte Konstruktionsstruktur für den vertikalen und horizontalen Aufbau gelegt, das massive Untergeschoss trägt eine sichtbare Holzkonstruktion in Leichtbauweise. Der vordere Hausteil mit Wohn-, Essraum und Küche öffnet sich über grosszügige Fensteröffnungen und Oberlichter zum Garten. Der hintere Teil mit Schlafzimmern und Bädern dagegen verschliesst sich ganz privat.

Im Inneren schafft der komplexe Grundriss überraschende Situationen in der Fläche, die Horizontalen spielen mit den Vertikalen und inszenieren spannende Lufträume, Gallerien, Ein- und Durchblicke. Darüberhinaus erzeugen gezielte Lichtführungen dunkle Tiefen und lichte Höhen die das eigenwillige Familienhaus endgültig zu einem begehbaren Gesamtkunstwerk machen.

2024/25 wurde das Haus von Silvia Gmürs Sohn und Büronachfolger Reto Gmür saniert. Als Null-Energie Haus soll es den hohen Anforderungen der Zukunft gerecht werden ohne in seinem einzigartigen Charakter optisch beeinträchtigt zu werden.

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